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Haare dauerhaft entfernen: welche Methode hält was

Kurzantwort: Wirklich dauerhaft entfernt nur die Elektroepilation ein Haar, weil dabei jeder Follikel einzeln behandelt und zerstört wird. Laser und IPL erreichen in der Regel eine dauerhafte Reduktion, keine vollständige Entfernung. Wer Geräte am Menschen einsetzt, braucht seit Ende 2022 einen Fachkundenachweis nach der NiSV.

„Dauerhaft“ steht auf fast jeder Studiotür. Die Verfahren dahinter sind unterschiedlich, und sie leisten Unterschiedliches.

Der wichtigste Unterschied liegt zwischen dauerhafter Entfernung und dauerhafter Reduktion. Das erste heißt, das Haar kommt nie wieder. Das zweite heißt, es wachsen weniger, feinere und hellere Haare nach.

Hier stehen die Verfahren im Vergleich, dazu die Regeln, die in Deutschland dafür gelten.

Elektroepilation: Follikel für Follikel

Die Elektroepilation, auch Nadelepilation genannt, wurde erstmals 1875 in den USA angewendet. Eine sehr feine Sonde wird in den einzelnen Haarfollikel geführt, dann fließt dosiert Strom.

Dabei werden die Zellen zerstört, aus denen das Haar nachwächst. Ist das gelungen, bleibt die Stelle haarlos.

Es gibt drei Varianten: Thermolyse mit hochfrequentem Wechselstrom, Elektrolyse mit Gleichstrom und die Blend-Methode als Kombination. Welche passt, hängt von Haut, Haar und Schmerzempfinden ab.

Der große Vorteil ist die Unabhängigkeit von Farbe. Weiße, blonde und rote Haare lassen sich genauso behandeln wie schwarze, und der Hautton spielt keine Rolle.

Der Preis dafür ist Zeit. Jedes Haar wird einzeln angegangen, deshalb eignet sich das Verfahren für kleine Flächen wie Kinn und Oberlippe und kaum für Beine oder Rücken.

Laser und IPL: dauerhafte Reduktion

Beide Verfahren arbeiten über Licht, das vom Haarfarbstoff Melanin aufgenommen und in Wärme umgewandelt wird. Diese Wärme schädigt die Haarwurzel.

Wirksam ist das nur bei Haaren in der Wachstumsphase. Weil die Haare eines Areals nie gleichzeitig wachsen, braucht es mehrere Termine — häufig vier bis acht und mehr, im Abstand von acht bis zwölf Wochen.

Die besten Voraussetzungen sind helle Haut und dunkles Haar, weil der Kontrast die Energie ins Haar lenkt. Unpigmentierte weiße Haare sprechen nicht an, blonde und rote nur schlecht.

Auch nach vollständiger Behandlung sind die Haare selten für immer weg. In den meisten Fällen bleibt eine dauerhafte Reduktion, und einzelne Auffrischungen bleiben nötig.

Was nur vorübergehend wirkt

Rasieren trennt das Haar an der Hautoberfläche. Der Follikel bleibt unberührt, nach ein bis drei Tagen ist die Stelle wieder stoppelig.

Enthaarungscremes lösen die Keratinstruktur chemisch auf. Das Ergebnis hält etwas länger als eine Rasur und reizt empfindliche Haut häufiger.

Wachs, Zuckerpaste und Epiliergeräte reißen das Haar samt Wurzel heraus. Weil die Wurzel dabei nicht zerstört wird, wächst es nach — in der Regel nach zwei bis vier Wochen.

Wer eine Licht- oder Laserbehandlung plant, sollte rund vier Wochen vorher auf Zupfen, Wachsen und Bleichen verzichten. Für die Behandlung muss das Haar im Follikel sitzen.

Wer das machen darf

Seit dem 31. Dezember 2020 gilt in Deutschland die Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung, kurz NiSV. Sie regelt den Einsatz von Lasern und intensiven Lichtquellen am Menschen.

Seit dem 31. Dezember 2022 ist dafür ein Fachkundenachweis Pflicht. Er wird über eine Schulung nach den Vorgaben der Verordnung erworben.

Bestimmte Anwendungen bleiben Ärztinnen und Ärzten vorbehalten. Dazu gehören ablative Laserbehandlungen, Eingriffe an pigmentierten Hautveränderungen und Gefäßen sowie die Entfernung von Tätowierungen.

Für die reine Haarentfernung gilt kein Arztvorbehalt. Muttermale müssen dabei allerdings ausgespart werden.

Was du vorher klären solltest

Frag nach dem Fachkundenachweis und nach dem Gerät. Beides sollte ohne Zögern beantwortet werden.

Sinnvoll ist eine Probebehandlung auf einer kleinen Fläche, mit vier bis sechs Wochen Abstand zum ersten regulären Termin. So zeigt sich, wie deine Haut reagiert.

Vor und nach der Behandlung ist Sonne tabu. Gebräunte Haut nimmt das Licht selbst auf, und das Risiko für helle oder dunkle Flecken steigt. Solarium und intensive Sonnenbäder fallen für einige Wochen aus, ein hoher Lichtschutzfaktor ist Pflicht.

Am Tag vor der Behandlung wird rasiert, am Behandlungstag kommt nichts auf die Haut — keine Creme, kein Deo, kein Make-up.

Kläre die Kosten für die gesamte Serie, nicht für eine Sitzung. Und lass dir sagen, was passiert, wenn nach der letzten Sitzung Haare übrig sind.

Nebenwirkungen und Warnzeichen

Direkt nach einer Licht- oder Laserbehandlung sind Rötung, Schwellung und ein leichtes Brennen üblich. Das legt sich meist innerhalb von ein bis zwei Stunden.

Gelegentlich bilden sich Krusten, die über Stunden bis einige Tage bestehen. Diese Krusten dürfen nicht abgekratzt werden, sonst droht eine Narbe.

Seltener treten Entzündungen und vorübergehende Pigmentstörungen auf. Helle oder dunkle Flecken gleichen sich meist wieder an, das kann Wochen dauern, in Einzelfällen Monate.

Bei IPL-Geräten liegt die Rate an Nebenwirkungen tendenziell höher, weil mehr Parameter eingestellt werden müssen und bei falscher Einstellung Verbrennungen entstehen können.

Kühlen und ein Gel danach mindern die Beschwerden. Halten Schmerzen, Blasen oder Schwellungen länger als einen Tag an, gehört das in eine Hautarztpraxis.

Häufige Fragen

Welche Methode entfernt Haare wirklich für immer?

Die Elektroepilation, weil dabei jeder Follikel einzeln zerstört wird. Laser und IPL erreichen meist eine dauerhafte Reduktion.

Funktioniert Laser bei blonden oder grauen Haaren?

Kaum. Das Verfahren braucht Melanin als Ziel. Weiße Haare sprechen nicht an, blonde und rote nur schlecht.

Wie viele Sitzungen brauche ich?

Bei Laser und IPL sind vier bis acht Termine üblich, teilweise mehr, im Abstand von acht bis zwölf Wochen.

Ist die Behandlung schmerzhaft?

Meist gering. Beschrieben werden ein leichtes Stechen und Brennen, dazu Rötung und Schwellung für ein bis zwei Stunden.

Darf ein Kosmetikstudio das anbieten?

Zur Haarentfernung ja, sofern die Person den NiSV-Fachkundenachweis besitzt. Behandlungen an Muttermalen und Tätowierungen gehören in ärztliche Hände.

Kann ich vor dem Termin wachsen?

Nein. Rund vier Wochen vorher gehören Zupfen, Wachsen und Bleichen unterlassen. Rasieren ist erlaubt und am Vortag sogar erwünscht.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Marie, Redaktion frauenlifestyle.de — sie schreibt hier über Pflege, Mode und was davon im Alltag trägt.

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