Pickel entfernen: So gelingt es sanft und richtig

Veröffentlicht am 26.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Pickel entfernen gelingt am sichersten, wenn man sie gar nicht ausdrückt. Hautärztinnen und Hautärzte raten davon ab, weil Druck Bakterien tiefer in die Haut schiebt und Narben begünstigt. Besser helfen Geduld, milde Pflege und passende Wirkstoffe. Wer doch eingreift, sollte nur reife Pickel mit weißer Kuppe anfassen und streng auf Hygiene achten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ausdrücken erhöht das Risiko für Entzündungen und Narben.
  • Tiefe, schmerzhafte Pickel gehören zu Fachleuten.
  • Pickel im Bereich von Nase und Oberlippe nie selbst öffnen.
  • Zinkcreme und milde Pflege unterstützen die Heilung.

Warum Pickel entstehen

Jede Pore gehört zu einer Talgdrüse. Sie gibt Hautfett nach außen ab. Verstopft eine Hornschicht den Ausgang, staut sich der Talg. Es entsteht ein Mitesser. Siedeln sich Bakterien an, entzündet sich die Stelle, und ein Pickel bildet sich.

Hormone spielen dabei eine große Rolle. Das Portal gesundheitsinformation.de nennt vor allem die männlichen Geschlechtshormone, die in der Pubertät ansteigen. Sie regen die Talgproduktion an. Etwa 15 bis 30 von 100 Jugendlichen haben laut dem Portal eine stärkere Akne. Auch Erwachsene bekommen Pickel.

Mitesser, Pustel, Knoten: die Unterschiede

Nicht jede Unreinheit ist gleich. Ein Mitesser ist eine verstopfte Pore ohne Entzündung. Offene Mitesser wirken schwarz, geschlossene hell. Eine Pustel ist ein entzündeter Pickel mit gelblich-weißer Kuppe. Knoten liegen tief in der Haut, sind rot, hart und schmerzen. Gerade diese tiefen Formen hinterlassen leicht Narben. Sie brauchen deshalb besonders viel Schonung.

Pickel entfernen: Warum Ausdrücken schadet

Der Griff zum Spiegel ist verlockend. Doch der Druck der Finger wirkt in zwei Richtungen. Ein Teil des Eiters tritt aus. Ein anderer Teil wird tiefer in die Haut gepresst. Dort kann sich die Entzündung ausbreiten.

Die AOK rät deshalb klar ab. Das Portal gesundheitsinformation.de ergänzt: Häufiges Ausdrücken von Mitessern und Pusteln macht Narben wahrscheinlicher. Oft bleibt nach dem Drücken ein roter oder brauner Fleck. Er ist länger sichtbar als der Pickel selbst.

Kurzantwort: Pickel sollte man am besten nicht ausdrücken. Druck treibt Bakterien tiefer in die Haut und erhöht das Risiko für Narben.

Das Gesichtsdreieck: hier nie selbst drücken

Eine Zone verdient besondere Vorsicht. Gemeint ist das Dreieck zwischen Nasenwurzel und Mundwinkeln. Hier verlaufen Blutgefäße, die mit dem Gehirn in Verbindung stehen. ÖKO-TEST weist darauf hin, dass Bakterien beim Ausdrücken in die Blutbahn gelangen können. Im schlimmsten Fall droht eine Hirnhautentzündung.

Das ist selten. Die Folgen wären aber schwer. Ein entzündeter Pickel an Nase oder Oberlippe gehört deshalb in ärztliche Hände, vor allem wenn er stark schmerzt oder anschwillt.

Wenn es doch sein muss: Schritt für Schritt

Manche Pickel sind reif und stehen kurz vor dem Aufgehen. Wer dann eingreifen will, sollte behutsam vorgehen. Die Hautpflegemarke Eucerin beschreibt ein Vorgehen, das sich an diesen Schritten orientiert.

  • Nur reife Pickel: Es muss eine deutlich sichtbare weiße Kuppe geben. Tiefe Pickel ohne Kopf bleiben tabu.
  • Hände waschen: Gründlich mit Seife, danach die Hautstelle desinfizieren.
  • Kein Nageldruck: Ein desinfizierter Komedonenquetscher arbeitet schonender als Fingernägel. Nicht quetschen.
  • Sofort aufhören: Kommt klare Flüssigkeit oder Blut, ist Schluss.
  • Nachsorgen: Die Stelle erneut reinigen und mindestens 30 Minuten in Ruhe lassen.
  • Leicht pflegen: Eine leichte, beruhigende Lotion statt reichhaltiger Creme oder Make-up.

Sanfte Alternativen zum Ausdrücken

Viele Pickel heilen von selbst in wenigen Tagen ab. Die Haut lässt sich dabei gut unterstützen.

Maßnahme Wirkung
Zinkcreme zwei- bis dreimal täglich dünn auftragen, laut ÖKO-TEST hilfreich
Benzoylperoxid wirkt gegen Bakterien, rezeptfrei in der Apotheke
Leichte Gele und Emulsionen spenden Feuchtigkeit, ohne Poren zu verstopfen
Hände weg vom Gesicht weniger neue Keime auf der entzündeten Stelle
Pinsel und Schwämme reinigen verhindert, dass Bakterien sich verteilen

Von Zahnpasta und Zugsalbe raten Fachleute ab. Beides kann die Haut zusätzlich reizen. Auch Teebaumöl, Kamille oder Aloe vera sind beliebt. Die AOK schreibt jedoch, dass ihr Nutzen in guten Studien bisher nicht belegt ist.

Kurzantwort: Zinkcreme, milde Pflege und Geduld sind die sanftesten Wege. Zahnpasta und Zugsalbe reizen die Haut eher.

Professionelle Hilfe

Medizinische Kosmetikerinnen öffnen Pickel und Mitesser unter hygienischen Bedingungen. Das verringert das Risiko für Narben. Wer regelmäßig viele entzündete Pickel hat, sollte eine Hautarztpraxis aufsuchen. Dort gibt es wirksame Mittel, etwa Retinoide oder Antibiotika zum Auftragen.

Auch moderne Verfahren werden für unreine Haut angeboten. Erfahrungen dazu stehen in den Beiträgen zur LED-Maske von CurrentBody und zur Eigenbluttherapie im Gesicht.

Nach dem Pickel: Male vermeiden

Heilt ein Pickel ab, bleibt oft ein dunkler Fleck. Während der Heilung empfiehlt ÖKO-TEST, auf Sonnenbäder und Sauna zu verzichten. Die Haut braucht in dieser Zeit Ruhe und milde Produkte. Mehr Ideen für eine entspannte Pflegeroutine liefert der Beitrag Beauty und Wellness.

Fazit

Der sanfteste Weg, Pickel zu entfernen, ist Geduld mit milder Pflege. Ausdrücken schadet meist mehr, als es nützt. Wer doch eingreift, fasst nur reife Pickel an und arbeitet sauber. Pickel im Gesichtsdreieck und tiefe Entzündungen gehören in fachkundige Hände.

FAQ – Häufige Fragen

Darf man Pickel ausdrücken?

Besser nicht. Das Risiko für Entzündungen und Narben steigt.

Welche Pickel darf man auf keinen Fall ausdrücken?

Tiefe Pickel ohne weißen Kopf und alle Pickel zwischen Nase und Oberlippe.

Wie lange dauert es, bis ein Pickel weg ist?

Viele kleine Pickel heilen in wenigen Tagen ab. Tiefe Entzündungen brauchen länger.

Hilft Zahnpasta gegen Pickel?

Nein. Inhaltsstoffe wie Menthol reizen die Haut.

Was hilft über Nacht gegen Pickel?

Ein dünner Film Zinkcreme kann die Stelle beruhigen. Ganz verschwinden wird ein Pickel über Nacht selten.

Hilft Teebaumöl gegen Pickel?

Der Nutzen ist in guten Studien bisher nicht belegt.

Warum bleibt nach dem Ausdrücken ein Fleck?

Die Entzündung verletzt das Gewebe. Die Haut bildet dort mehr Farbstoff oder eine Narbe.

Wann sollte man zum Hautarzt gehen?

Bei vielen, tiefen oder schmerzhaften Pickeln und wenn Narben entstehen.

Kann eine Kosmetikerin Pickel entfernen?

Ja. Medizinische Kosmetikerinnen öffnen Pickel hygienisch und fachgerecht.

Darf man Make-up auf einen Pickel geben?

Leichte Produkte sind in Ordnung. Pinsel und Schwämme sollten sauber sein.

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Quellen

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