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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Ein Mustersatz beim Stricken ist die kleinste Einheit eines Musters, die sich immer wiederholt. Die Anleitung oder Strickschrift zeigt ihn nur einmal. Man strickt ihn so oft nebeneinander, bis die Reihe zu Ende ist, und so oft übereinander, bis das Teil die gewünschte Höhe hat. Ein anderes Wort für Mustersatz ist Rapport, abgekürzt MS.
Das Wichtigste in Kürze
- Mustersatz, Rapport und MS meinen dasselbe.
- Der Mustersatz hat eine Breite in Maschen und eine Höhe in Reihen.
- Maschen vor und nach dem Mustersatz strickt man nur einmal pro Reihe.
- Strickschrift liest man von unten nach oben.
Was bedeutet Mustersatz beim Stricken?
Viele Strickmuster bestehen aus einem kleinen Baustein. Ein Zopf, ein Lochmuster oder ein Perlmuster wiederholt sich über die ganze Breite. Diesen Baustein nennt man Mustersatz. Er hat zwei Maße:
- Breite: die Zahl der Maschen, etwa 6 Maschen.
- Höhe: die Zahl der Reihen oder Runden, etwa 8 Reihen.
Nach der letzten Reihe des Mustersatzes beginnt man wieder mit der ersten. So entsteht aus wenigen Zeilen Anleitung ein großes Strickstück. Das spart Platz in der Anleitung und macht Muster übersichtlich.
Kurzantwort: Der Mustersatz ist der Teil eines Strickmusters, der sich wiederholt. Man strickt ihn in jeder Reihe mehrmals nebeneinander und in der Höhe immer wieder von vorn.
Mustersatz in der Anleitung lesen
In geschriebenen Anleitungen steht der Mustersatz oft zwischen Sternchen oder in Klammern. Ein typisches Beispiel lautet so: „1 Randmasche, 2 M re, MS von 4 M stets wiederholen, enden mit 2 M re, 1 Randmasche.“
Das bedeutet in der Praxis:
- Die Randmasche am Anfang einmal stricken.
- Die Maschen vor dem Mustersatz einmal stricken.
- Den Mustersatz so oft wiederholen, wie Maschen dafür reichen.
- Die Maschen nach dem Mustersatz einmal stricken.
- Die Randmasche am Ende stricken.
Die Maschen vor und nach dem Mustersatz sorgen dafür, dass ein Muster links und rechts gleich aussieht. Sie heißen deshalb auch Ausgleichsmaschen.
Mustersatz in der Strickschrift erkennen
Eine Strickschrift zeigt das Muster als Raster. Jedes Kästchen steht für eine Masche. Jede Zeile steht für eine Reihe oder Runde. Ein Symbol im Kästchen zeigt, was zu stricken ist. Die Legende neben dem Raster erklärt jedes Symbol, weil es keine einheitlichen Zeichen gibt.
Der Mustersatz ist meist farbig markiert oder mit einem Rahmen umrandet. Links und rechts davon stehen die Maschen, die man nur einmal strickt. Für die Leserichtung gelten feste Regeln:
| Situation | Leserichtung |
|---|---|
| Gesamte Strickschrift | von unten nach oben |
| Hinreihe | von rechts nach links |
| Rückreihe | von links nach rechts |
| Rundstricken | jede Runde von rechts nach links |
Oft zeigt die Strickschrift nur die Hinreihen. Die Rückreihen stehen dann als Satz in der Anleitung. Häufig heißt es dort, die Maschen so zu stricken, wie sie erscheinen.
Maschenzahl für den Mustersatz berechnen
Viele Anleitungen nennen eine Formel wie „Maschenzahl teilbar durch 4 plus 2“. Die 4 ist die Breite des Mustersatzes. Die 2 sind die Ausgleichsmaschen. Randmaschen kommen je nach Anleitung noch dazu.
Ein Beispiel für einen Schal:
- Die Maschenprobe ergibt 20 Maschen auf 10 Zentimeter.
- Der Schal soll etwa 30 Zentimeter breit werden. Das sind rund 60 Maschen.
- Der Mustersatz hat 6 Maschen, dazu kommen 2 Ausgleichsmaschen und 2 Randmaschen.
- Neun Mustersätze ergeben 54 Maschen. Mit 4 Zusatzmaschen sind es 58 Maschen.
Der Schal wird dann etwa 29 Zentimeter breit. Passt das nicht, nimmt man einen Mustersatz mehr oder weniger. Die Breite ändert sich so immer um genau einen Mustersatz.
Kurzantwort: Die Maschenzahl ergibt sich aus Mustersatzbreite mal Anzahl der Wiederholungen plus Ausgleichs- und Randmaschen.
Zwei einfache Beispiele für einen Mustersatz
Perlmuster: Der Mustersatz ist nur 2 Maschen breit und 2 Reihen hoch. In der ersten Reihe strickt man 1 Masche rechts, 1 Masche links. In der zweiten Reihe versetzt man das Ganze. Über rechten Maschen liegen dann linke und umgekehrt.
Rippenmuster 2 rechts, 2 links: Der Mustersatz ist 4 Maschen breit und 1 Reihe hoch. Damit beide Kanten gleich enden, braucht es eine Maschenzahl teilbar durch 4 plus 2. Die 2 Ausgleichsmaschen strickt man am Ende rechts.
Häufige Abkürzungen rund um den Mustersatz
- MS: Mustersatz
- M: Masche
- R und Rd: Reihe und Runde
- re und li: rechts und links
- U: Umschlag
- zus-str: zusammenstricken
- Rdm: Randmasche
Tipps gegen Fehler im Mustersatz
Ein Maschenmarkierer zwischen zwei Mustersätzen zeigt sofort, wo ein Satz endet. Fehlt am Markierer eine Masche, liegt der Fehler im letzten Abschnitt. Ein Reihenzähler hilft bei hohen Mustersätzen mit vielen Reihen. Eine Kopie der Strickschrift darf man bekritzeln. Erledigte Reihen streicht man einfach ab.
Für ruhige Strickabende lohnt sich ein fester Platz mit gutem Licht. Ideen für kleine Pausen im Alltag stehen im Beitrag über Mini-Auszeiten und Genussrituale. Wer lieber mit Stoff arbeitet, findet Anregungen bei den Nähideen für Taschen.
Fazit
Der Mustersatz ist der Baustein jedes Strickmusters. Wer ihn einmal verstanden hat, liest Anleitungen und Strickschriften deutlich leichter. Wichtig sind drei Punkte: Leserichtung beachten, Maschen vor und nach dem Mustersatz nur einmal stricken und die Maschenzahl vor dem Anschlag berechnen.
FAQ – Häufige Fragen
Was bedeutet MS beim Stricken?
MS steht für Mustersatz, also den sich wiederholenden Teil eines Musters.
Ist Rapport dasselbe wie Mustersatz?
Ja. Beide Begriffe bezeichnen die Einheit, die sich im Muster wiederholt.
Was heißt „MS stets wiederholen“?
Man strickt den Mustersatz so oft hintereinander, bis nur noch die Maschen nach dem Mustersatz übrig sind.
Wie oft strickt man die Maschen vor dem Mustersatz?
Einmal pro Reihe, am Anfang.
Wie liest man eine Strickschrift?
Von unten nach oben. Hinreihen von rechts nach links, Rückreihen von links nach rechts.
Wie liest man Strickschrift beim Rundstricken?
Jede Runde von rechts nach links.
Was bedeutet „teilbar durch 4 plus 2“?
Die Maschenzahl muss ein Vielfaches von 4 sein, plus 2 Ausgleichsmaschen.
Zählen Randmaschen zum Mustersatz?
Nein. Randmaschen kommen zusätzlich dazu, sofern die Anleitung nichts anderes sagt.
Warum stimmt das Muster am Reihenende nicht?
Meist passt die Maschenzahl nicht oder ein Mustersatz wurde verzählt. Maschenmarkierer helfen beim Finden.
Was tun, wenn die Rückreihen fehlen?
Die Anleitung lesen. Oft strickt man die Maschen in der Rückreihe so, wie sie erscheinen.
Quellen

Milena liest Horoskope mit einem Augenzwinkern und schreibt über Sternzeichen, Beziehungen und den Alltag dazwischen.






