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Kurzantwort: Der Mondkalender ordnet Färben, Blondieren und Haareschneiden bestimmten Mondphasen und Sternzeichen zu. Wissenschaftliche Belege dafür gibt es nicht, die Praxis gilt als Aberglaube. Wie lange eine Farbe hält, entscheiden Farbtyp, Haarporosität, Waschfrequenz, Hitze und Sonne.
Mondkalender liegen an Supermarktkassen und stehen in Apps. Für Haare enthalten sie erstaunlich detaillierte Anweisungen.
Die Regeln klingen plausibel, weil sie einer Logik folgen: Der Mond bewegt die Meere, der Mensch besteht überwiegend aus Wasser, also müsse der Mond auch auf Haare wirken.
Hier stehen die Regeln, die tatsächlich kursieren, was von ihnen überprüfbar ist und woran die Haltbarkeit einer Färbung wirklich hängt.
Was der Mondkalender vorgibt
Für die Farbe gilt: Bei zunehmendem Mond sollen Farben schnell und kräftig wirken. Der abnehmende Mond soll sich fürs Blondieren eignen.
Dazu kommen Sternzeichen. Gefärbt werden soll bevorzugt im Zeichen der Zwillinge oder des Wassermanns, weil die Farbe dann intensiver leuchten soll.
Abgeraten wird von Terminen in den Zeichen Krebs, Fische und Skorpion. An diesen Tagen soll das Haar spröde werden und mehr Schuppen bilden.
Für den Schnitt gilt eine eigene Regel: zunehmender Mond für schnelles Nachwachsen, abnehmender Mond, damit ein Kurzhaarschnitt länger in Form bleibt.
Dem Neumond wird eine Sonderrolle zugeschrieben. Wer an diesem Tag zum Friseur geht, soll den Salon mit besonders kräftigem, glänzendem Haar verlassen, und Spliss soll seltener auftreten.
Manche Kalender gehen weiter und ordnen auch Haarwäsche und Pflegeprodukte bestimmten Tagen zu. Die Begründung lautet, an diesen Tagen nehme das Haar Wirkstoffe besser auf.
Was sich davon prüfen lässt
Diese Angaben sind messbar formuliert. Wenn Haare bei zunehmendem Mond schneller wüchsen, ließe sich das mit einem Lineal nachweisen.
Das ist nicht der Fall. Kopfhaar wächst rund einen bis anderthalb Zentimeter im Monat, unabhängig vom Kalenderdatum.
Die Überzeugung, dass Haareschneiden unter dem Einfluss des Mondes steht, wird als Aberglaube und esoterische Praxis eingeordnet. Wissenschaftliche Belege dafür fehlen.
Auch die Herleitung über die Gezeiten trägt nicht. Ebbe und Flut entstehen, weil die Anziehungskraft des Mondes über die Ausdehnung ganzer Ozeane wirkt. Auf einen Körper von anderthalb Metern Höhe unterscheidet sich diese Kraft an Kopf und Füßen praktisch nicht.
Warum die Regeln trotzdem überzeugen
Wer nach dem Kalender färbt und zufrieden ist, schreibt das Ergebnis dem Termin zu. Ein misslungener Termin wird schnell dem falschen Sternzeichen angelastet.
Dazu kommt eine große Zahl an Regeln. Bei zwölf Sternzeichen, vier Mondphasen und mehreren Anwendungen findet sich für fast jedes Ergebnis eine passende Erklärung.
Ein Hinweis, den du selbst prüfen kannst: Vergleiche zwei Mondkalender verschiedener Anbieter für denselben Monat. Die empfohlenen Tage decken sich oft nicht.
Dazu kommt ein zweiter Effekt. Wer sich für einen Termin Zeit nimmt, geht meist ausgeruht hin, bespricht mehr und lässt sich sorgfältiger behandeln. Das verbessert das Ergebnis, mit dem Mond hat es nichts zu tun.
Der Mondkalender ist übrigens keine astronomische Größe. Welche Regel in welchem Zeichen gilt, stammt aus Überlieferungen und Ratgeberliteratur, nicht aus Messungen.
Was die Haltbarkeit einer Färbung bestimmt
Zuerst der Produkttyp. Eine Tönung lagert Farbstoff außen an und wäscht sich nach einigen Wäschen heraus. Eine Oxidationsfarbe bildet Pigmente im Haarinneren und bleibt bis zum Herauswachsen.
Dann die Haarstruktur. Poröses Haar nimmt Farbe schnell auf und gibt sie ebenso schnell wieder ab. Blondiertes und stark strapaziertes Haar verliert Farbe deutlich schneller.
Der dritte Faktor ist die Waschfrequenz. Jede Wäsche trägt Farbstoff ab, heißes Wasser mehr als lauwarmes.
Sonne bleicht Farbstoffe aus, Chlor- und Salzwasser beschleunigen den Abbau. Hitze aus Föhn und Glätteisen wirkt in dieselbe Richtung.
Und schließlich das Nachwachsen. Bei einem bis anderthalb Zentimetern im Monat ist der Ansatz nach sechs bis acht Wochen sichtbar — das ist der eigentliche Taktgeber für den nächsten Termin.
Wann du tatsächlich färben solltest
Ein sinnvoller Zeitpunkt hängt am Zustand von Haar und Kopfhaut. Bei gereizter, verletzter oder sonnenverbrannter Kopfhaut wird gewartet.
Nach einer Dauerwelle oder einer chemischen Glättung braucht das Haar Abstand. Zwei Behandlungen in kurzer Folge summieren sich in der Schädigung.
Vor einer neuen Farbe steht bei empfindlicher Haut die Frage nach einer Allergie. Vom Selbsttest mit dem Färbemittel auf der Haut rät das Bundesinstitut für Risikobewertung ab, weil dieser Test selbst sensibilisieren kann. Der Weg führt über eine Hautarztpraxis.
Praktisch zählt außerdem der Kalender im banalen Sinn: Plane genug Zeit ein und färbe nicht am Abend vor einem wichtigen Termin.
Wenn du trotzdem nach dem Mond gehst
Ein Ritual schadet niemandem. Wer den Friseurtermin nach dem Mondkalender legt, verliert nichts, solange die Wahl frei ist.
Kritisch wird es an zwei Stellen. Erstens, wenn ein günstiger Tag wichtiger genommen wird als der Zustand des Haares.
Zweitens, wenn medizinische Fragen darüber liegen bleiben. Starker Haarausfall, kahle Stellen oder eine juckende, entzündete Kopfhaut gehören abgeklärt, unabhängig von der Mondphase.
Häufige Fragen
Gibt es Belege für den Mondkalender beim Haarefärben?
Nein. Die Praxis wird als Aberglaube eingeordnet, wissenschaftliche Nachweise für die behaupteten Effekte fehlen.
Wächst Haar bei zunehmendem Mond schneller?
Nein. Das Wachstum liegt konstant bei rund einem bis anderthalb Zentimeter im Monat.
Welche Tage empfiehlt der Mondkalender fürs Färben?
Genannt werden zunehmender Mond sowie die Zeichen Zwillinge und Wassermann. Von Krebs, Fischen und Skorpion wird abgeraten.
Wie oft muss ich den Ansatz nachfärben?
Meist alle sechs bis acht Wochen, weil der Ansatz dann rund anderthalb bis zwei Zentimeter misst.
Warum hält meine Farbe so kurz?
Häufigste Gründe sind poröses Haar, häufiges Waschen mit heißem Wasser, Sonne und Hitzestyling.
Kann ich einen Allergietest selbst machen?
Das BfR rät davon ab, weil ein Selbsttest eine Sensibilisierung auslösen kann. Die Abklärung gehört in eine Hautarztpraxis.
Quellen
- nordbayern.de: Mondkalender und Haare schneiden — was steckt dahinter?
- haut.de: Das Wachstum des Haares
- BfR: Haarfarben-Selbsttest kann Allergien verursachen (PDF)
- Wikipedia: Mondkalender
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Haare tönen oder färben? Der Unterschied einfach erklärt
- Haare schneiden nach Mondkalender: Regeln, Herkunft, Studienlage
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Geschrieben von Marie, Redaktion frauenlifestyle.de — sie schreibt hier über Pflege, Mode und was davon im Alltag trägt.







