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Kurzantwort: Föhnen glättet, weil beim Trocknen die Wasserstoffbrücken im Keratin neu festgelegt werden — das Haar behält die Form, in der es getrocknet ist. Am schonendsten arbeitest du mit rund fünfzehn Zentimetern Abstand und ständiger Bewegung. Eine Studie fand dabei weniger Schaden als beim Trocknen an der Luft.
Glattföhnen sieht bei anderen mühelos aus und dauert zu Hause vierzig Minuten. Das liegt selten an der Ausrüstung.
Wer versteht, warum Föhnen überhaupt glättet, kommt schneller ans Ziel. Die entscheidenden Faktoren sind Feuchtigkeitsgrad, Spannung und Richtung.
Hier stehen die Physik dahinter, die Technik Schritt für Schritt und die Frage, wie viel dein Haar davon verträgt.
Warum Föhnen glättet
Das Haar besteht im Kern aus Keratinfasern. Diese Fasern werden unter anderem von Wasserstoffbrücken zusammengehalten.
Wasser löst diese Bindungen. Deshalb ist nasses Haar weich, dehnbar und formbar.
Beim Trocknen entstehen die Bindungen neu — und zwar in der Form, in der das Haar gerade liegt. Ziehst du es dabei gerade, trocknet es gerade.
Diese Form hält, bis wieder Feuchtigkeit dazukommt. Regen, Schweiß oder hohe Luftfeuchtigkeit lösen die Bindungen erneut, und die Naturstruktur kommt zurück.
Der richtige Abstand
2011 verglich eine Arbeitsgruppe der Yonsei-Universität in Korea fünf Trocknungsarten an Haarsträhnen, jeweils dreißigmal wiederholt.
Getestet wurden Lufttrocknen bei 20 Grad sowie Föhnen aus 15 Zentimetern bei 47 Grad, aus 10 Zentimetern bei 61 Grad und aus 5 Zentimetern bei 95 Grad.
Das Ergebnis: Je höher die Temperatur, desto mehr Oberflächenschaden. Der Zellmembrankomplex im Haar wurde jedoch ausgerechnet in der luftgetrockneten Gruppe geschädigt.
Die Schlussfolgerung der Autoren: Föhnen aus 15 Zentimetern Abstand mit ständiger Bewegung richtet weniger Schaden an als Trocknen an der Luft. Lange Nässe hat also auch ihren Preis.
Vorbereitung
Drücke das Wasser nach der Wäsche mit dem Handtuch aus dem Haar, statt zu rubbeln. Nasses Haar ist gequollen und bricht leichter.
Entwirre mit einem grobzinkigen Kamm von unten nach oben. Von oben nach unten schiebst du alle Knoten zusammen.
Trage Hitzeschutz auf das feuchte Haar auf, gleichmäßig über die Längen. Am Ansatz brauchst du ihn nicht.
Föhne dann grob vor, bis das Haar zu etwa achtzig Prozent trocken ist. Erst danach beginnt die Arbeit mit der Bürste — an tropfnassem Haar verpufft jeder Zug.
Die Technik Schritt für Schritt
Setz die Düse auf den Föhn. Sie bündelt den Luftstrom und verhindert, dass umliegende Partien aufgewirbelt werden.
Teile das Haar in vier bis sechs Partien ab und steck alles fest, woran du gerade nicht arbeitest. Am Nacken beginnen, nach oben arbeiten.
Nimm eine Strähne von etwa der Breite der Rundbürste. Setze die Bürste am Ansatz an, zieh sie unter Spannung nach unten und führe die Düse von oben mit.
Die Richtung ist entscheidend: von der Wurzel zur Spitze. So legt sich die Schuppenschicht an und das Haar glänzt. Von unten geföhnt stellt sie sich auf, und das Haar wirkt stumpf.
Für gerade Längen ziehst du die Bürste am Ende gerade durch. Für leicht nach innen fallende Spitzen drehst du sie im letzten Drittel eine halbe Umdrehung ein.
Föhn und Bürste auswählen
Wichtiger als die Wattzahl ist die Ausstattung. Eine Düse, mehrere Temperaturstufen und eine Kaltstufe braucht jedes brauchbare Gerät.
Bei den beworbenen Ionenfunktionen ist der Nutzen schwer zu beziffern. Belastbare unabhängige Vergleiche dazu sind rar, deshalb würde ich darauf keine Kaufentscheidung stützen.
Der Bürstendurchmesser richtet sich nach der Haarlänge. Für schulterlanges Haar liegen die üblichen Größen bei etwa vier bis fünf Zentimetern, für lange Haare darüber.
Bürsten mit Metallkern speichern Wärme und arbeiten schneller. Sie werden aber auch heißer, und bei strapaziertem Haar ist eine Bürste mit Naturborsten die vorsichtigere Wahl.
Haltbarkeit und Grenzen
Am Ende jeder Partie kommt die Kaltstufe. Die Form fixiert sich erst beim Abkühlen, und ohne diesen Schritt fällt sie schneller zusammen.
Lass das Haar vollständig auskühlen, bevor du es zusammenbindest oder aus dem Haus gehst. Warme Haare, die in einen Zopf kommen, behalten die Knickstelle.
Gegen Luftfeuchtigkeit hilft nur Abdichtung. Ein leichtes Öl oder ein Serum in den Spitzen verzögert die Aufnahme von Wasser, aufhalten kann es sie nicht.
Und die ehrliche Grenze: Sehr krauses oder stark gelocktes Haar lässt sich föhnend nur mit hohem Aufwand glätten, und das Ergebnis hält bis zum nächsten Regen.
Wer täglich föhnt und zusätzlich glättet, sollte die Enden alle acht bis zwölf Wochen kürzen. Sonst wandert die Bruchzone nach oben.
Häufige Fragen
Welcher Abstand ist beim Föhnen richtig?
Rund fünfzehn Zentimeter, bei mäßiger Temperatur und ständiger Bewegung. Aus dieser Entfernung war der Schaden in der Studie von 2011 am geringsten.
Ist Lufttrocknen schonender?
Nicht zwangsläufig. In derselben Untersuchung war der Zellmembrankomplex nur in der luftgetrockneten Gruppe geschädigt.
Muss ich Hitzeschutz benutzen?
Sinnvoll ist er, sobald du mit Bürste und Hitze arbeitest. Er verteilt die Wärme und mindert den direkten Kontakt.
Warum wird mein Haar beim Föhnen kraus?
Meist wegen falscher Luftrichtung. Von unten geföhnt stellt sich die Schuppenschicht auf. Führe die Düse von oben mit.
Wie lange hält glattes Haar nach dem Föhnen?
Bis wieder Feuchtigkeit ins Haar kommt. Bei trockener Luft mehrere Tage, bei Regen oder Sport deutlich kürzer.
Föhn oder Glätteisen?
Der Föhn arbeitet mit deutlich niedrigerer Temperatur und verteilt sie über eine größere Fläche. Für den Alltag ist er die schonendere Wahl.
Quellen
- Lee et al., Hair shaft damage from heat and drying time of hair dryer, Ann Dermatol 2011
- Volltext der Studie bei Annals of Dermatology
- haut.de: Der Aufbau des Haares
- haut.de: Haarpflege
Das passt dazu
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Geschrieben von Marie, Redaktion frauenlifestyle.de — sie schreibt hier über Pflege, Mode und was davon im Alltag trägt.







