Inhalt
Kurzantwort: Alles beginnt mit dem Dreistrangzopf: drei gleich dicke Strähnen, abwechselnd die äußere über die mittlere legen. Der französische Zopf ist derselbe Griff mit eingelegtem Zusatzhaar, der holländische legt die Strähnen darunter statt darüber. Wichtiger als die Technik ist der Zug — zu stramm geflochten schadet dem Haar.
Flechten wirkt kompliziert, weil beim Zuschauen sechs Finger gleichzeitig arbeiten. Tatsächlich gibt es nur zwei Grundgriffe.
Wer den Dreistrangzopf beherrscht, kann drei weitere Frisuren daraus ableiten. Der Unterschied liegt jeweils in einem einzigen Detail.
Hier stehen die vier Varianten der Reihe nach, dazu die Vorbereitung und die zwei Fehler, die dem Haar wirklich zusetzen.
Was du vorher brauchst
Flechte an trockenem Haar. Nasses Haar ist gequollen, empfindlicher und rutscht beim Trocknen aus der Form.
Frisch gewaschenes, sehr weiches Haar ist der schwierigste Ausgangspunkt. Am zweiten Tag hält ein Zopf deutlich besser, weil das Haar mehr Reibung hat.
Zum Werkzeug gehören eine Bürste, dünne Haargummis ohne Metallteil und ein paar Klammern. Ein zweiter Spiegel hinter dir hilft mehr als jede Anleitung.
Wenn du das erste Mal übst, mach es an einer Seite über der Schulter. Dann siehst du deine Hände.
Übe zuerst am Zopf einer anderen Person oder an einer langen Haarsträhne in der Hand. Der Griff sitzt schneller, wenn die Arme nicht über dem Kopf hängen.
Vorsicht bei Bürsten mit scharfen Kanten und bei Gummis mit Metallverschluss. Beide knicken einzelne Haare an derselben Stelle an.
Der Dreistrangzopf
Teile das Haar in drei gleich dicke Strähnen. Halte die linke in der linken Hand, die rechte in der rechten, die mittlere liegt dazwischen.
Lege die rechte Strähne über die mittlere. Die rechte ist damit die neue Mitte. Dann lege die linke Strähne über die neue Mitte.
Diese beiden Schritte wiederholst du bis zu den Spitzen. Es entsteht die verbreitete Variante, die auch als englische Technik bezeichnet wird und vorn ein V-Muster ergibt.
Halte den Zug gleichmäßig. Ungleicher Zug auf den Strängen macht den Zopf schief — was sich übrigens auch bewusst als Effekt nutzen lässt.
Der französische Zopf
Beim französischen Zopf beginnst du oben am Kopf. Nimm eine Partie am Oberkopf, teile sie in drei Strähnen und mach zwei normale Schritte.
Ab dem dritten Schritt kommt der Unterschied: Bevor du eine Außensträhne über die Mitte legst, nimmst du von der Seite etwas loses Haar dazu.
Arbeite dich so nach unten und lege links und rechts abwechselnd Haar ein. Wenn alles eingearbeitet ist, flichst du normal weiter bis zur Spitze.
Der Zopf liegt eingesenkt im Haar. Die Schwierigkeit besteht darin, gleich große Portionen aufzunehmen — ungleiche Portionen machen das Muster unruhig.
Der holländische Zopf
Der holländische Zopf ist der französische mit umgekehrter Richtung. Die Außenstränge werden unter die Mitte gelegt statt darüber.
Dadurch liegt das Flechtmuster erhaben auf dem Kopf. Genau deshalb heißt er umgangssprachlich auch Boxerzopf.
Das Einlegen funktioniert wie beim französischen Zopf. Auch hier nimmst du bei jedem Schritt seitlich Haar auf.
Wenn du am Ende die Schlaufen leicht nach außen ziehst, wirkt der Zopf voller. Zieh dabei an den Schlaufen und nicht am Ansatz.
Der Fischgrätenzopf
Hier arbeitest du mit zwei Partien statt drei. Teile das Haar mittig in eine linke und eine rechte Hälfte.
Nimm am äußeren Rand der linken Hälfte eine dünne Strähne ab und lege sie zur rechten Hälfte hinüber. Dann dasselbe von rechts nach links.
Immer weiter abwechseln. Je dünner die abgenommenen Strähnen, desto feiner das Muster und desto länger dauert es.
Der Fischgrätenzopf ist technisch der einfachste von allen. Er verlangt nur Geduld, weil viele kleine Schritte nötig sind.
Für einen halben Kopf brauchst du am Anfang gut zehn Minuten. Mit Übung sind es drei bis vier.
Ein Tipp gegen Frust: Binde das Haar vorher zu einem tiefen Pferdeschwanz und flichte darin. Das Muster sieht identisch aus, und nichts rutscht dir aus der Hand.
Was dem Haar dabei schadet
Zu stramm geflochtene Zöpfe ziehen dauerhaft an der Haarwurzel. Auf Dauer kann das lokalen Haarausfall begünstigen, die sogenannte Traktionsalopezie.
Ein Warnzeichen sind kleine Bruchhaare am Ansatz und ein Ziehen, das nach dem Öffnen noch spürbar ist. Dann war der Zug zu hoch.
Der zweite Fehler ist die Gewohnheit. Wer täglich an derselben Stelle bindet, erzeugt dort eine Bruchzone. Wechsle die Höhe und lass das Haar zwischendurch offen.
Der verbreitete Glaube, Flechten beschleunige das Haarwachstum, hält keiner Prüfung stand. Haar wächst rund einen bis anderthalb Zentimeter im Monat, unabhängig von der Frisur.
Nützlich ist Flechten trotzdem: Ein locker geflochtener Zopf über Nacht schützt lange Haare vor Reibung am Kissen.
Beim Öffnen gilt dieselbe Vorsicht wie beim Flechten. Löse den Zopf von unten nach oben. Ein verhaktes Gummi schneidest du besser auf, statt es herauszuziehen.
Häufige Fragen
Welcher Zopf ist für Anfänger am einfachsten?
Der Dreistrangzopf, danach der Fischgrätenzopf. Beide brauchen keine Aufnahme von zusätzlichem Haar.
Warum rutscht mein Zopf immer heraus?
Meist wegen zu weichem, frisch gewaschenem Haar. Am zweiten Tag oder mit etwas Trockenshampoo hält er besser.
Was ist der Unterschied zwischen französischem und holländischem Zopf?
Die Richtung. Beim französischen liegen die Stränge über der Mitte und der Zopf sinkt ein, beim holländischen darunter und er liegt auf.
Fördert Flechten das Haarwachstum?
Nein. Das Wachstum liegt bei rund einem bis anderthalb Zentimeter im Monat und ändert sich durch die Frisur nicht.
Wie fest darf ein Zopf sitzen?
So fest, dass nichts zieht. Dauerhafter Zug am Ansatz kann Traktionsalopezie begünstigen.
Kann ich nasses Haar flechten?
Besser nicht. Nasses Haar ist empfindlicher, und die Frisur verzieht sich beim Trocknen.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Haare hochstecken für Anfänger: 5 Frisuren, die wirklich halten
- Haare waschen nach Grauer-Star-OP: Wann und wie es sicher geht
- Haare tönen oder färben? Der Unterschied einfach erklärt
Geschrieben von Marie, Redaktion frauenlifestyle.de — sie schreibt hier über Pflege, Mode und was davon im Alltag trägt.







