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Kurzantwort: Spitzen und Pony kannst du selbst schneiden. Du brauchst eine scharfe Haarschneideschere, einen Kamm und Zeit. Schneide weniger, als du denkst, und in kleinen Schritten. Stufenschnitte, Kurzhaarschnitte und alles am Hinterkopf gehören zum Friseur. Haar wächst ein bis eineinhalb Zentimeter im Monat, ein Fehler ist also in ein paar Wochen ausgewachsen.
Manchmal geht es nur um zwei Zentimeter Spliss oder einen Pony, der in die Augen hängt. Dafür einen Termin zu machen, fühlt sich übertrieben an. Und tatsächlich: Diese beiden Aufgaben kannst du zu Hause erledigen.
Der Unterschied zum Friseur liegt weniger in der Technik als im Werkzeug und in der Selbstkontrolle. Wer mit der Küchenschere anfängt und großzügig kürzt, produziert schiefe Kanten und Spliss.
Hier stehen das Werkzeug, die Anleitung für Spitzen und Pony, die Spliss-Methode und die Schnitte, die du lieber nicht selbst machst.
Das Werkzeug
Nimm eine Haarschneideschere. Laut Wikipedia haben ihre Blätter entweder einen glatten Schliff oder eine Mikrozahnung. Die Mikrozahnung hält das Haar beim Schneiden fest, sodass es nicht wie bei glatten Klingen vorgeschoben wird. Für Anfänger ist das die bessere Wahl.
Küchen- und Bastelscheren sind zu stumpf und zu grob. Sie quetschen das Haar, statt es zu schneiden. Das Ergebnis sind ausgefranste Enden, die schneller wieder splissen.
Dazu brauchst du einen Kamm mit feinen Zinken, zwei Haarklemmen zum Abteilen und einen Spiegel, in dem du dich von vorn siehst. Für den Hinterkopf einen zweiten Spiegel, oder besser: eine zweite Person.
Trocken oder nass schneiden?
Nasses Haar ist schwerer und länger. Beim Trocknen zieht es sich zusammen, bei Locken deutlich. Wer nass schneidet, verliert deshalb mehr Länge als geplant.
Für Spitzen und Pony schneidest du trocken oder leicht feucht. Dann siehst du, wie das Haar tatsächlich fällt, und kannst in kleinen Schritten korrigieren.
Bei welligem oder lockigem Haar schneidest du immer trocken und im natürlichen Fall. Glattgezogenes Lockenhaar springt nach dem Loslassen ungleich zurück.
Spitzen schneiden: Schritt für Schritt
Kämm das Haar glatt durch und teil es mit einem Mittelscheitel in zwei Hälften. Leg beide Hälften nach vorn über die Schultern.
Nimm die erste Hälfte zwischen Zeige- und Mittelfinger und zieh sie nach unten, bis die Spitzen unterhalb der Finger liegen. Die Finger sind dein Lineal. Schneide gerade unterhalb der Finger ab, in kleinen Schnitten, nicht in einem Zug.
Wiederhole das auf der anderen Seite. Zieh dann beide Hälften vor dem Spiegel nebeneinander und vergleich die Länge. Kürze die längere Seite, nie beide.
Zum Schluss legst du das Haar nach hinten und prüfst im zweiten Spiegel, ob die Kante gleichmäßig ist. Kleine Unterschiede am Hinterkopf fallen im Alltag nicht auf.
Regel für die Menge: ein Zentimeter. Wenn das nicht reicht, noch einer. Was ab ist, ist ab.
Pony schneiden
Teil den Pony mit einem Dreieck ab: Spitze am Oberkopf, Basis an der Stirn. Alles andere steckst du weg.
Kämm den Pony nach unten und halte ihn ohne Zug. Setz die Schere senkrecht an, mit der Spitze nach oben, und schneide in kleinen Zacken in die Enden. Diese Technik heißt Point Cutting. Sie erzeugt eine weiche Kante und verzeiht Fehler, weil keine gerade Linie entsteht.
Schneide erst auf Nasenhöhe, dann kürzer. Der Pony springt nach dem Trocknen etwas hoch. Wer ihn feucht auf Augenbrauenhöhe schneidet, hat ihn trocken oft zu kurz.
Nachschneiden musst du alle drei bis vier Wochen. Bei ein bis eineinhalb Zentimetern Wachstum im Monat ist der Pony sonst schnell wieder in den Augen.
Spliss finden und abschneiden
Spliss ist laut Wikipedia eine Splitterung des Haares durch mechanische, thermische oder chemische Überbeanspruchung. Kuren versiegeln ihn nur optisch, reparieren können sie ihn nicht. Weg geht er nur mit der Schere.
Wikipedia beschreibt die Methode, die Friseure Spliss-Cut nennen: Du nimmst vom trockenen Haar eine kleine Strähne und drehst sie bis zur Spitze ein. Die gespaltenen Haare stehen dann seitlich aus der Strähne heraus. Die schneidest du einzeln ab.
Das dauert, erhält aber die Länge. Bei stark gestuftem Haar funktioniert die Methode laut Wikipedia schlechter, weil die Strähnen zu unterschiedlich lang sind.
Wird Spliss nicht abgeschnitten, zieht sich die Spaltung weiter durch das Haar. Deshalb lieber früh und wenig als spät und viel.
Was du nicht selbst schneiden solltest
Stufen: Sie brauchen gleichmäßige Winkel, die man am eigenen Kopf nicht sieht. Ein schiefer Stufenschnitt lässt sich nur durch Kürzen retten.
Kurzhaarschnitte: Bob und Pixie leben von der Kontur am Hinterkopf. Dort siehst du nichts und arbeitest spiegelverkehrt.
Alles nach einer Blondierung oder Dauerwelle: Das Haar ist laut haut.de dann poröser und weniger reißfest. Es bricht beim Schneiden leichter und fällt anders als gesundes Haar.
Und: Schneide nie in schlechter Stimmung. Der Impuls, nach einem miesen Tag zur Schere zu greifen, produziert die Ergebnisse, über die man drei Monate später noch redet.
Häufige Fragen
Welche Schere brauche ich?
Eine Haarschneideschere mit Mikrozahnung. Sie hält das Haar beim Schneiden fest. Küchenscheren quetschen und fransen aus.
Nass oder trocken schneiden?
Für Spitzen und Pony trocken oder leicht feucht. Nasses Haar ist länger und zieht sich beim Trocknen zusammen.
Wie viel darf ich abschneiden?
Einen Zentimeter, dann prüfen. Bei ein bis eineinhalb Zentimetern Wachstum im Monat ist ein Fehler in ein paar Wochen ausgewachsen.
Wie schneide ich Spliss ohne Länge zu verlieren?
Mit der Dreh-Methode: Strähne eindrehen, abstehende Spitzen einzeln abschneiden. Nur bei trockenem Haar.
Kann ich meinen Bob selbst nachschneiden?
Die vordere Kante ja, den Hinterkopf besser nicht. Dort arbeitest du blind und spiegelverkehrt.
Wie oft sollte ich die Spitzen schneiden?
Sobald Spliss sichtbar wird, meist alle sechs bis zwölf Wochen. Kurzes Haar braucht das laut Wikipedia seltener, weil es weniger Reibung ausgesetzt ist.
Quellen
- Wikipedia: Friseurschere
- Wikipedia: Spliss
- haut.de: Das Wachstum des Haares
- haut.de: Tipps bei der Anwendung von Haarfärbemitteln
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Haare schneiden nach Mondkalender: Regeln, Herkunft, Studienlage
- Haare kurz schneiden: Was du vorher wissen solltest
- Curtain Bangs: Vorhangpony schneiden, stylen, rauswachsen
Geschrieben von Marie, Redaktion frauenlifestyle.de — sie schreibt hier über Pflege, Mode und was davon im Alltag trägt.







