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Kurzantwort: Orange nach dem Blondieren heißt: Die Aufhellung wurde zu früh beendet. Die dunklen Pigmente sind abgebaut, die rot-gelben noch nicht. Zwei Wege führen raus: eine färberische Nachbehandlung mit blau-grünen Tönen, die das Orange neutralisiert, oder eine zweite, vorsichtige Aufhellung. Bei stark strapaziertem Haar gehört der zweite Schritt in Profihände.
Du hast blondiert, ausgespült, geföhnt. Und statt Hellblond leuchtet dir ein Karottenton entgegen. Das ist kein seltener Unfall. Er hat eine chemische Ursache, die sich erklären und beheben lässt.
Das Portal haut.de beschreibt den Ablauf einer Blondierung Schritt für Schritt. Daraus ergibt sich, warum Orange entsteht und welche Gegenmaßnahme wann passt.
Hier stehen die Ursache, die zwei Lösungswege, die Grenzen für strapaziertes Haar und die Fehler, die den Stich verschlimmern.
Warum Haare beim Blondieren orange werden
Deine Naturfarbe besteht aus zwei Pigmenttypen. Eumelanin ist dunkelbraun bis schwarz. Phäomelanin ist hell-rötlich bis gelb. Blondiermittel bauen beide ab, aber nicht gleich schnell.
Laut haut.de gehen zuerst die dunklen Eumelanine, langsamer die hell-rötlichen Phäomelanine. Während der Einwirkzeit sieht das Haar deshalb zwischendurch orange aus. Das ist eine Durchgangsphase.
Wird die Anwendung in dieser Phase unterbrochen, bleibt der „karottige“ Stich im Haar. haut.de rät ausdrücklich, die Anwendung dann nicht abzubrechen. Wer die Einwirkzeit verkürzt hat oder ein zu schwaches Mittel gewählt hat, steht genau an diesem Punkt.
Je dunkler die Ausgangsfarbe, desto mehr Phäomelanin muss abgebaut werden. Dunkelbraunes Haar landet deshalb häufiger bei Orange als hellbraunes.
Dazu kommt die Stärke des Mittels. Blondierungen arbeiten laut haut.de mit 3 bis 12 Prozent Wasserstoffperoxid, je nachdem, wie intensiv die Aufhellung werden soll. Ein schwaches Mittel auf dunklem Haar schafft die letzten Stufen nicht und bleibt im Orange stecken.
Weg 1: Orange mit der Gegenfarbe neutralisieren
Farben heben sich gegenseitig auf, wenn sie im Farbkreis gegenüberliegen. Gegenüber von Orange liegt Blau, gegenüber von Gelb liegt Violett.
haut.de beschreibt genau diesen Weg: Der Fachmann kompensiert den Stich mit einer färberischen Nachbehandlung in einem leicht grün-bläulichen Ton. Die Kombination aus Gelb-Orange und Grün-Blau ergibt dann ein natürliches Hellblond.
Dafür eignen sich Tönungen mit blauen oder violetten Direktziehern. Sie lagern sich außen an der Schuppenschicht an und waschen sich nach sechs bis acht Wäschen wieder heraus. Das Haar wird dabei nicht weiter aufgehellt, nur der Farbeindruck verschiebt sich.
Wichtig: Diese Methode macht das Haar nicht heller. Sie nimmt dem vorhandenen Ton die Wärme. Aus Orange wird ein gedecktes, aschiges Blond auf derselben Helligkeitsstufe. Ist das Haar noch dunkelorange, reicht das Neutralisieren allein nicht.
Weg 2: Noch einmal aufhellen
Ist das Haar zu dunkel geblieben, muss der Abbau der Pigmente weitergehen. Das heißt: eine zweite Blondierung.
Blondiermittel arbeiten mit Persulfaten und Wasserstoffperoxid in Konzentrationen von 3 bis 12 Prozent. Laut haut.de lassen sich damit Aufhellungen um bis zu fünf bis sechs Tonstufen erzielen. Bei einer kompletten Blondierung werden die Melaninteilchen vollständig aufgelöst. An ihrer Stelle bleiben winzige Löcher im Haar.
Genau das ist das Risiko der zweiten Runde. Das Haar ist nach der ersten Blondierung bereits poröser, spröder und weniger reißfest. Eine zweite Anwendung direkt hinterher verstärkt das.
Deshalb gilt: Fühlt sich das Haar nass gummiartig an, reißt es beim Kämmen oder bildet Knötchen, ist eine zweite Blondierung zu Hause tabu. Dann geht es zum Friseur, der die Struktur beurteilt und gegebenenfalls erst pflegt.
Was den Orangestich schlimmer macht
Eine Coloration in Blond über das Orange
Colorationen hellen laut haut.de nur bis zu vier Stufen auf und enthalten eigene Farbpigmente. Ein warmes Blond über Orange ergibt oft ein noch wärmeres Ergebnis.
Blondierung auf frisch gewaschenem Haar
haut.de empfiehlt, das Haar vor einer Blondierung nicht zu waschen. Die natürliche Talgschicht der Kopfhaut senkt das Irritationsrisiko.
Am Ansatz anfangen
Der Bereich nahe der Kopfhaut hellt sich laut haut.de leichter auf. Bei einer Erstanwendung beginnst du laut haut.de an den Spitzen. Sonst wird der Ansatz hell und die Längen bleiben orange.
Zu heiß föhnen
Blondiertes Haar hat Löcher in der Struktur. Hitze trocknet es weiter aus. Lufttrocknen oder niedrige Stufe.
Pflege nach der Rettung
Nach jeder Blondierung schließt du den Vorgang laut haut.de mit einem milden Shampoo mit saurem pH-Wert ab. Das beendet die alkalische Phase, in der das Haar aufgequollen war.
Das Haar braucht in den Wochen danach Spülungen und Kuren. Sie geben Geschmeidigkeit zurück und erleichtern das Kämmen. Reparieren können sie die Löcher im Haar nicht, das Haar wächst mit intakter Struktur nach.
Bei regelmäßigem Blondieren behandelst du künftig nur den Ansatz. haut.de nennt das die schonendste Variante, weil die Längen nicht bei jeder Anwendung erneut aufgehellt werden.
Häufige Fragen
Geht der Orangestich von selbst raus?
Nein. Der Stich ist das Ergebnis eines abgebrochenen Abbaus der Pigmente. Er wächst nur mit dem Haar heraus.
Welche Farbe neutralisiert Orange?
Blau. Gegen Gelb hilft Violett. Zwischen beiden liegt Blauviolett, das bei orange-gelben Mischtönen passt.
Kann ich sofort ein zweites Mal blondieren?
Nur bei intakter Struktur. Fühlt sich das Haar nass gummiartig an oder reißt, wartest du und lässt eine Fachkraft entscheiden.
Warum wird dunkles Haar häufiger orange?
Weil es mehr Pigment enthält, das abgebaut werden muss. Die rot-gelben Phäomelanine gehen laut haut.de zuletzt.
Hilft eine Coloration in Aschblond?
Nur, wenn die Helligkeit schon stimmt. Colorationen hellen laut haut.de maximal vier Stufen auf und verschieben bei zu dunklem Orange oft nur den Ton.
Muss ich vorher einen Allergietest machen?
Das BfR rät vom Selbsttest aus der Packung ab, weil er selbst sensibilisieren kann. Bei Verdacht auf eine Allergie gehst du zum Hautarzt.
Quellen
- haut.de: Blondierungen
- haut.de: Tipps bei der Anwendung von Haarfärbemitteln
- BfR: Haarfarben-Selbsttest kann Allergien verursachen (PDF)
- Wikipedia: Blondierung
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Geschrieben von Marie, Redaktion frauenlifestyle.de — sie schreibt hier über Pflege, Mode und was davon im Alltag trägt.







