Inhalt
Kurzantwort: Wasch die Haare im Normalfall alle zwei bis drei Tage mit einem milden Shampoo, das zu deinem Haartyp passt. Massier nur die Kopfhaut, trag die Spülung von der Mitte bis in die Spitzen auf und spül lauwarm aus. Föhn mit Abstand, schneid die Spitzen regelmäßig. Das Haar kann Schäden nicht selbst reparieren, Pflege verhindert sie.
Ein frisch nachgewachsenes Haar ist laut haut.de ein nahezu perfektes Gebilde. Alles, was danach kommt, ist Abnutzung: Waschen, Bürsten, Sonne, Hitze, Färben. Pflege bremst diesen Verschleiß.
Der Markt bietet dafür Shampoos, Spülungen, Kuren, Masken, Seren und Öle. Die meisten Fragen lassen sich aber mit wenigen Grundregeln beantworten.
Hier stehen die Regeln, wie sie das Fachportal haut.de beschreibt. Dazu der Aufbau des Haares, der erklärt, warum sie funktionieren.
Was ein Haar ist und warum es verschleißt
Ein Haar besteht zu etwa 80 Prozent aus Proteinen, zu 10 bis 15 Prozent aus Wasser und zu 5 bis 10 Prozent aus Pigmenten, Mineralien und Fetten. Die Proteine sind über Schwefelbrücken vernetzt, das gibt dem Haar seine Stabilität.
Außen liegt die Schuppenschicht. Bei einem frisch nachgewachsenen Haar ist sie nahe der Kopfhaut intakt und fast geschlossen. Mit zunehmender Länge wird ihr Zustand laut haut.de schlechter. An den Enden kann sie ganz verloren gehen. Dann folgen Spliss und Haarbruch.
Entstandene Schäden kann das Haar nicht selbst reparieren. Es ist totes Material. Hilfe kommt nur von außen, und sie kann Schäden ausgleichen, nicht rückgängig machen.
Jedes Haar wächst laut haut.de drei bis sieben Jahre, dann fällt es aus und ein neues folgt. Bis zu 100 Haare am Tag zu verlieren ist normal. Ein Haar, das du heute pflegst, begleitet dich also mehrere Jahre. Das lohnt den Aufwand.
Richtig waschen
Vor dem Waschen bürstest du die Haare gründlich aus. Das löst Knoten und verteilt Talg.
Shampoo schäumst du im angefeuchteten Haar auf und massierst die Kopfhaut mit den Fingerkuppen. Nacken und Schläfen bekommen besondere Aufmerksamkeit, weil die Haut dort zart ist. Die Längen brauchen kein extra Shampoo, der ablaufende Schaum reicht.
Bei täglicher Wäsche reicht einmal Einschäumen. Nur stark fettendes Haar braucht laut haut.de eine zweite Runde. Danach mit warmem, nicht heißem Wasser gründlich ausspülen. Zu heißes Wasser trocknet Haar und Kopfhaut aus.
Ideal ist ein Shampoo mit einem pH-Wert zwischen 5 und 6. Das entspricht dem leicht sauren Milieu der Kopfhaut.
Wie oft waschen
Im Normalfall reicht es laut haut.de, die Haare alle zwei bis drei Tage zu waschen. Zu viel Reinigung reizt die Kopfhaut, führt zu Juckreiz und trocknet Haar und Kopfhaut aus.
Die Barrierefunktion der Haut kann dadurch geschwächt werden. Schuppen oder ein seborrhoisches Ekzem können sich verstärken.
Wer täglich Sport treibt oder schnell fettendes Haar hat, wäscht öfter. Dann mit weniger Shampoo und einer Formel für häufige Wäsche. Die Kopfhaut sagt dir, ob der Rhythmus passt: Spannt oder juckt sie, ist es zu viel.
Spülung, Kur und Maske
Eine Spülung trägst du bei Bedarf von der Haarmitte bis in die Spitzen auf. Nicht auf den Ansatz, dort beschwert sie das Haar. Nach kurzer Einwirkzeit gründlich ausspülen.
Spülungen geben dem Haar laut haut.de Geschmeidigkeit und Glanz zurück und machen es kämmbar. Kuren enthalten laut haut.de dieselben pflegenden Bestandteile in konzentrierter Form. Sie sind für strapaziertes, gefärbtes oder splissanfälliges Haar gedacht.
Gesundes, kurzes Haar braucht selten eine Kur. Langes, coloriertes Haar profitiert von einer Anwendung pro Woche. Mehr Produkt bringt nicht mehr Wirkung.
Seren, Fluids und Öle bleiben im Haar. Sie gehören nur in die Spitzen, ein bis zwei Tropfen reichen. Am Ansatz beschweren sie das Haar und lassen es schneller fettig aussehen.
Trocknen und Bürsten
Nasses Haar ist empfindlicher als trockenes. Drück es mit dem Handtuch aus, statt es zu rubbeln. Entwirr es mit einem grobzinkigen Kamm von den Spitzen zum Ansatz.
Beim Föhnen hältst du Abstand und wählst eine mittlere Temperatur. Hitze gehört laut haut.de zu den thermischen Belastungen, die Spliss auslösen. Wer Zeit hat, lässt das Haar an der Luft antrocknen und föhnt nur den Rest.
Bürsten verteilt Talg und Glanz. Hundert Bürstenstriche am Tag sind aber ein Mythos ohne Beleg. Sie bedeuten mechanische Reibung, und die begünstigt laut Wikipedia Spliss.
Spitzen schneiden und Umwelt
Spliss entsteht laut Wikipedia durch mechanische, thermische oder chemische Überbeanspruchung. Kuren und Shampoos versiegeln gespaltene Spitzen nur optisch. Reparieren können sie den Spliss nicht.
Werden gespaltene Enden nicht abgeschnitten, zieht sich die Spaltung weiter durch das Haar. Regelmäßiges Spitzenschneiden ist deshalb Pflege, keine Kosmetik. Haar wächst ein bis eineinhalb Zentimeter im Monat, da fällt ein Zentimeter alle paar Monate nicht ins Gewicht.
Sonne und Salzwasser strapazieren die Struktur zusätzlich. Im Sommer hilft eine Kopfbedeckung mehr als jedes Produkt.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich meine Haare waschen?
Im Normalfall alle zwei bis drei Tage. Bei stark fettendem Haar oder täglichem Sport auch öfter, dann mit weniger Shampoo.
Ist es normal, beim Waschen Haare zu verlieren?
Ja. Bis zu 100 Haare am Tag sind laut haut.de normal. Beim Waschen lösen sich viele davon auf einmal.
Brauche ich eine Spülung?
Bei kurzem, gesundem Haar nicht unbedingt. Bei langem, gefärbtem oder splissanfälligem Haar ja, von der Mitte bis in die Spitzen.
Kann eine Kur Spliss reparieren?
Nein. Sie versiegelt die Spitzen nur optisch. Gespaltene Enden musst du abschneiden.
Wie heiß darf das Wasser sein?
Warm, nicht heiß. Zu heißes Wasser trocknet laut haut.de Haar und Kopfhaut aus.
Was bringt der pH-Wert im Shampoo?
haut.de nennt einen pH-Wert zwischen 5 und 6 ideal für Haar und Kopfhaut. Das entspricht dem leicht sauren Milieu der Haut.
Quellen
- haut.de: Tipps zum Haare waschen
- haut.de: Fakten zur Haarpflege
- haut.de: Der Aufbau des Haares
- Wikipedia: Spliss
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Haare waschen nach Grauer-Star-OP: Wann und wie es sicher geht
- Haare waschen: wie oft Kopfhaut und Haar es brauchen
- Haare vor dem Färben waschen: wann und warum nicht
Geschrieben von Marie, Redaktion frauenlifestyle.de — sie schreibt hier über Pflege, Mode und was davon im Alltag trägt.







