Woman looking at her self in the mirror while brushing her hair

Beauty Hair Store: was das ist und worauf du achtest

Kurzantwort: Beauty Hair Store ist ein englischer Sammelbegriff für Geschäfte mit Haar- und Kosmetikbedarf: Extensions, Perücken, Haarfarbe, Blondierung, Werkzeug. In Deutschland heißt dieselbe Sparte Friseurbedarf. Bestellst du im Ausland, gilt trotzdem die EU-Kosmetikverordnung — und daran scheitern auffällig viele Angebote.

Der Begriff taucht vor allem in englischsprachigen Shops auf. Dort unterscheidet man zwischen dem großflächigen Beauty Store und dem kleineren, oft inhabergeführten Beauty Supply Store.

Gemeint ist beide Male ein Laden, der Kosmetik, Haarpflege und Werkzeug verkauft — an Privatkundschaft ebenso wie an Salons.

Hier steht, was solche Geschäfte führen, wo du das Sortiment in Deutschland findest und woran du erkennst, ob ein Onlineangebot in der EU überhaupt verkehrsfähig ist.

Was ein Beauty Hair Store führt

Den größten Teil des Sortiments macht Haar aus: Perücken, Tressen, Clip-in- und Tape-Extensions aus Echt- oder Kunsthaar, dazu Kleber, Nadeln und Netze.

Dazu kommt die Chemie: Haarfarbe zum Anmischen, Blondierpulver, Entwickler in verschiedenen Prozentstufen, Relaxer und Fixiermittel.

Der dritte Block ist Werkzeug — Scheren, Kämme, Klammern, Föhne, Glätteisen, Färbeschalen und Pinsel. Viele Läden führen zusätzlich Nagel- und Wimpernbedarf.

In den USA sind solche Geschäfte fest mit der Pflege von Afro-Haar verbunden. Ein großer Teil des Sortiments ist auf stark gelocktes Haar zugeschnitten, das im normalen Drogeriehandel kaum vorkommt.

Woher der Begriff kommt

Beauty Supply Stores entstanden in den USA als Zulieferer für Salons und öffneten sich später der Privatkundschaft. Die größte Kette dieser Art ist Sally Beauty, daneben existieren tausende unabhängige Läden.

Der Unterschied zum Parfümerie-Konzept liegt im Zweck. Verkauft wird Material für die Anwendung zu Hause oder im Salon, nicht das fertige Markenerlebnis.

Im deutschen Sprachgebrauch hat sich der Begriff nie durchgesetzt. Wer ihn eintippt, landet deshalb fast immer bei englischsprachigen Shops oder bei Onlinehändlern, die den Namen als Marke übernommen haben.

Wo du das in Deutschland findest

Die deutsche Entsprechung heißt Friseurbedarf oder Friseurgroßhandel. Ein Teil dieser Anbieter beliefert nur Gewerbetreibende und verlangt beim Kauf einen Nachweis, andere verkaufen auch an Privatpersonen.

Daneben gibt es das Sortiment aufgeteilt: Drogeriemärkte führen Pflege und Haushaltsfarben, Parfümerien die Markenlinien, spezialisierte Onlineshops die Extensions und Perücken.

Ein Laden, der alles unter einem Dach vereint, ist hier seltener als in den USA. Wer ein bestimmtes Profiprodukt sucht, landet deshalb schnell bei ausländischen Shops.

Was auf dem Etikett stehen muss

Für jedes kosmetische Mittel, das in der EU verkauft wird, gilt die Verordnung (EG) Nr. 1223/2009. Sie schreibt vor, was auf der Verpackung stehen muss.

Dazu gehören Name und Anschrift einer verantwortlichen Person mit Sitz in der EU, der Nenninhalt, das Mindesthaltbarkeitsdatum oder die Verwendungsdauer nach dem Öffnen, die Chargennummer, Warn- und Anwendungshinweise sowie die vollständige Liste der Inhaltsstoffe.

Die deutsche Kosmetikverordnung verlangt zusätzlich, dass diese Angaben in deutscher Sprache erfolgen. Bei Ware aus Drittländern ist außerdem das Ursprungsland anzugeben.

Fehlt die verantwortliche Person, fehlt der Ansprechpartner für Rückrufe und Beschwerden. Genau das ist der Punkt, an dem Auslandsbestellungen praktisch scheitern.

Was die Überwachung gefunden hat

Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe hat 2018 insgesamt 26 im Internet gekaufte Kosmetikprodukte untersucht. Sechs davon wurden als gesundheitsschädlich beurteilt.

Darunter waren zwei Haarglättungsmittel mit sehr hohen Formaldehydgehalten, drei Hautaufhellungsmittel mit verbotenem Hydrochinon oder hohen Säurekonzentrationen und ein Wimpernwachstumsmittel mit einem bedenklichen Prostaglandin-Derivat.

Kennzeichnungsmängel fanden sich bei 21 der 26 Proben. Bei der Hälfte war keine verantwortliche Person mit Sitz in der EU angegeben, häufig fehlten Inhaltsstofflisten, Warnhinweise oder die deutsche Kennzeichnung.

Wer privat aus einem Drittland bestellt, wird faktisch selbst zum Importeur. Eine Prüfung durch die Marktüberwachung hat vorher niemand gemacht.

Praktisch heißt das: Bilder der Verpackung vor dem Kauf ansehen, Rückseite verlangen, im Zweifel nicht bestellen. Ein Shop, der die Etiketten nicht zeigen will, hat dafür meist einen Grund.

Kommt ein Paket ohne diese Angaben an, kannst du es innerhalb der Widerrufsfrist zurückschicken. Aufbrauchen ist die schlechtere Option, weil weder Inhaltsstoffe noch Konzentrationen belegt sind.

Profiware und Drogerieware

„Salonqualität“ ist kein geschützter Begriff. Der praktische Unterschied liegt meist in der Aufmachung: Profifarbe kommt als Konzentrat zum Anmischen, Entwickler getrennt in mehreren Prozentstufen, Gebinde sind größer.

Das macht die Anwendung fehleranfälliger. Wer den falschen Entwickler wählt, blondiert stärker als geplant oder bekommt die Farbe nicht ins Haar.

Für Zuhause sind Haushaltsprodukte deshalb oft die sicherere Wahl. Sie sind auf ein festes Mischverhältnis eingestellt und tragen die vollständigen Warnhinweise.

Bei Extensions und Perücken lohnt sich der Fachhandel dagegen. Dort lässt sich beurteilen, ob es sich um Echthaar handelt, wie die Tressen genäht sind und ob Kunsthaar hitzebeständig ist.

Preisangaben zu Echthaar sagen wenig aus, solange Herkunft und Verarbeitung offenbleiben. Frag nach Haarlänge, Gewicht der Tresse und ob die Schuppenschicht in einer Richtung liegt — bei ungeordneter Schuppenschicht verfilzt Echthaar nach wenigen Wäschen.

Häufige Fragen

Was ist ein Beauty Hair Store?

Ein Geschäft für Haar- und Kosmetikbedarf: Extensions, Perücken, Farbe, Werkzeug. Der Begriff stammt aus dem englischen Sprachraum.

Gibt es solche Läden in Deutschland?

Ja, unter dem Namen Friseurbedarf. Das Sortiment ist häufiger auf mehrere Anbieter verteilt.

Kann ich als Privatperson dort einkaufen?

Bei einem Teil des Großhandels nur mit Gewerbenachweis. Viele Onlineshops verkaufen an alle.

Worauf muss ich beim Onlinekauf achten?

Auf eine verantwortliche Person mit EU-Anschrift, die vollständige Inhaltsstoffliste und deutsche Warnhinweise.

Sind Produkte aus dem Ausland verboten?

Verkehrsfähig sind sie nur, wenn sie die EU-Vorgaben erfüllen. Ohne Kennzeichnung fehlt jede Sicherheit.

Ist Profifarbe besser als Drogeriefarbe?

Sie ist anders aufgebaut, nicht automatisch besser. Für Zuhause ist sie fehleranfälliger.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Marie, Redaktion frauenlifestyle.de — sie schreibt hier über Pflege, Mode und was davon im Alltag trägt.

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