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Kurzantwort: Eine Tönung lagert Farbstoffe außen an der Schuppenschicht an und wäscht sich nach sechs bis acht Wäschen wieder heraus. Sie kann nicht aufhellen und deckt Grau kaum. Eine Coloration bildet die Farbe mit Wasserstoffperoxid im Haarinneren, hält dauerhaft, hellt bis zu vier Stufen auf und deckt auch 100 Prozent Grau. Willst du nur Reflexe oder etwas ausprobieren, tönst du. Willst du heller werden oder Grau abdecken, färbst du.
Auf der Packung steht „Tönung“, „Intensivtönung“ oder „Coloration“. Die Bilder sehen alle gleich aus. Der Unterschied steckt in der Chemie und entscheidet, wie lange die Farbe hält und was sie mit deinem Haar macht.
Die Hersteller sortieren ihre Produkte in drei Level. Das Fachportal haut.de beschreibt diese Level ausführlich. Daran orientiert sich dieser Text.
Hier stehen die Unterschiede, die Haltbarkeit, die Grenzen jeder Methode und die Frage, welche Variante zu deinem Ziel passt.
Tönung: Farbe von außen
Eine klassische Tönung (Level 1) enthält sogenannte Direktzieher. Das sind fertige Farbstoffe, die sich an die äußere Schuppenschicht des Haares anlagern. Ins Innere des Haares dringen sie nicht ein.
Laut haut.de waschen sich diese Farbstoffe nach sechs bis acht Haarwäschen wieder heraus. Ein Ansatz entsteht deshalb nicht, die Farbe verblasst gleichmäßig.
Der neue Ton ergibt sich aus der Kombination mit deiner Naturfarbe. Dunklere Nuancen machen das Haar insgesamt tiefer. Nuancen auf gleicher Helligkeitsstufe erzeugen nur Reflexe, etwa einen Goldschimmer oder einen Rotton.
Zwei Grenzen sind fest: Eine Tönung hellt nie auf. Und sie deckt weiße Haare nur bei geringem Weißanteil.
Du erkennst eine Tönung an der Packung: Sie enthält ein gebrauchsfertiges Produkt, das du ohne Mischen aufträgst.
Intensivtönung: Die Zwischenstufe
Intensivtönungen (Level 2) arbeiten bereits oxidativ. In der Packung liegen zwei Komponenten, die du vor der Anwendung mischst: eine Creme mit Farbvorstufen und eine Lotion mit Wasserstoffperoxid.
Laut haut.de halten sie bis zu 24 Haarwäschen und kaschieren weiße Haare bis zu einem Anteil von rund 50 Prozent. Die Konzentration an Peroxid und Alkali ist aber so niedrig, dass das eigene Melanin unangetastet bleibt.
Das heißt: Auch eine Intensivtönung hellt nicht auf. Du kannst nur dunkler oder gleich hell werden. Dafür greift sie die Haarstruktur kaum an.
Coloration: Farbe im Haarinneren
Colorationen (Level 3) sind die echten Haarfärbemittel. Ein Alkalisierungsmittel, meist Ammoniak, lässt das Haar aufquellen und öffnet die Schuppenschicht. Farbvorstufen und Wasserstoffperoxid dringen ins Haarinnere ein.
Dort entstehen aus den kleinen, farblosen Molekülen große, farbige. Sie sind zu groß, um wieder herausgewaschen zu werden. Die Farbe bleibt, bis das Haar herauswächst.
Gleichzeitig hellt das Peroxid die natürlichen Pigmente auf. So sind laut haut.de bis zu vier Stufen heller möglich, ohne vorherige Blondierung. Weiße Haare deckt eine Coloration zu 100 Prozent.
Der Preis dafür: Bei häufigem Färben leidet die Haarstruktur. Glanzverlust und ein rauer Griff sind laut haut.de die typischen Folgen. Ein erster Ansatz wird nach etwa drei Wochen sichtbar, weil das Haar rund einen Zentimeter im Monat wächst.
Welche Methode für welches Ziel
Du willst etwas ausprobieren
Tönung. Nach wenigen Wochen ist der Ton weg, ohne Ansatz und ohne Schaden an der Struktur.
Du willst Reflexe oder ein paar graue Haare kaschieren
Tönung oder Intensivtönung. Bei wenigen weißen Haaren reicht Level 1, bei bis zu 50 Prozent Grau brauchst du Level 2.
Du willst heller werden
Coloration. Nur sie baut Melanin ab. Für mehr als vier Stufen brauchst du eine Blondierung, die bis zu sechs Tonstufen schafft.
Du willst Grau dauerhaft abdecken
Coloration. Sie deckt auch 100 Prozent weißes Haar und gleicht den Unterschied zwischen pigmentierten und weißen Haaren aus.
Sicherheit: Allergietest und Kopfhaut
Oxidative Färbemittel enthalten Farbstoffe wie p-Phenylendiamin oder p-Toluylendiamin. Beide gelten laut haut.de in seltenen Fällen als Kontaktallergene. Auf den Packungen steht deshalb ein Warnhinweis.
Der Selbsttest aus der Packungsbeilage ist umstritten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät davon ab, weil der Test selbst eine Sensibilisierung auslösen kann. Bei Verdacht auf eine Allergie gehört die Abklärung in eine Hautarztpraxis.
Treten beim Färben Jucken, Brennen oder Ausschlag auf, spülst du die Farbe sofort mit lauwarmem Wasser aus. Und: Eine frühere Anwendung ohne Reaktion garantiert nicht, dass die nächste auch problemlos verläuft.
Einen Zusammenhang zwischen Haarfarben und Krebs sieht das BfR nicht. Das war das Ergebnis eines Symposiums 2009, das der damalige BfR-Präsident mit den Worten zusammenfasste, ein Krebsrisiko bestehe für Verbraucher nicht.
Pflege nach dem Färben
Nach einer Coloration ist das Haar poröser und trocknet langsamer. Es lässt sich nass schwerer kämmen und reißt leichter. Shampoos für geschädigtes Haar setzen laut haut.de auf milde Tenside und Proteine, Spülungen geben Geschmeidigkeit zurück.
Bei regelmäßigem Färben behandelst du nur den Ansatz und ziehst die Farbe erst kurz vor Ende der Einwirkzeit in die Längen. So wird das Haar nicht bei jeder Anwendung komplett belastet.
Tönungen brauchen diese Nachsorge kaum. Ihre fehlende chemische Reaktion ist der Grund, warum die Struktur intakt bleibt.
Häufige Fragen
Kann ich mit einer Tönung heller werden?
Nein. Tönungen und Intensivtönungen greifen das Melanin nicht an. Aufhellen können nur Colorationen und Blondierungen.
Wie lange hält eine Tönung?
Level 1 sechs bis acht Wäschen, Level 2 bis zu 24 Wäschen. Poröses Haar nimmt Farbe intensiver auf und gibt sie schneller wieder ab.
Deckt eine Tönung graue Haare?
Nur bei geringem Weißanteil. Intensivtönungen schaffen bis zu 50 Prozent, Colorationen 100 Prozent.
Ist Tönen schonender als Färben?
Ja. Ohne Peroxid und Alkali bleibt die Schuppenschicht geschlossen. Colorationen quellen das Haar auf und verändern die Struktur.
Soll ich den Allergietest aus der Packung machen?
Das BfR rät davon ab. Bei Verdacht auf eine Allergie klärst du das beim Hautarzt.
Wie oft muss ich den Ansatz nachfärben?
Ein Ansatz zeigt sich laut haut.de nach etwa drei Wochen. Wer ihn kaschieren will, färbt je nach Kontrast zur Naturfarbe alle vier bis acht Wochen nach.
Quellen
- haut.de: Tönungen – Direktzieher, Farbstoffklassen, Formulierungen
- haut.de: Permanente Haarfarben
- BfR: Haarfarben-Selbsttest kann Allergien verursachen (PDF)
- Wikipedia: Haarfärbung
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Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
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Geschrieben von Marie, Redaktion frauenlifestyle.de — sie schreibt hier über Pflege, Mode und was davon im Alltag trägt.







