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Kurzantwort: Blond wird Haar nur durch Blondieren. Ein alkalisches Mittel öffnet die Schuppenschicht, Wasserstoffperoxid und Persulfate bauen dabei das eigene Pigment ab. Das ist nicht rückgängig zu machen, und je dunkler der Ausgangston, desto mehr Aufhellung braucht es. Danach folgt fast immer eine Nachbehandlung gegen den Gelbstich.
Blond färben klingt nach einer Farbe, die aufgetragen wird. Chemisch läuft es umgekehrt.
Es wird nichts hinzugefügt, es wird etwas herausgeholt. Erst wenn das eigene Pigment weg ist, kann ein blonder Ton überhaupt sichtbar werden.
Hier steht, was dabei im Haarschaft abläuft, welche Grenzen es gibt und welche Regeln in der EU für die Mittel gelten.
Was beim Blondieren passiert
Blondiermittel bestehen aus zwei Komponenten, die kurz vor der Anwendung gemischt werden. Die eine ist ein Pulver oder eine Creme mit Persulfaten als Bleichverstärker, die andere ein Oxidationsmittel, meist Wasserstoffperoxid.
Ein Alkalisierungsmittel wie Ammoniak lässt das Haar quellen, damit die Mischung in den Haarschaft gelangt. Dort werden die Melanine abgebaut und ausgewaschen.
Das passiert in einer festen Reihenfolge. Zuerst verschwinden die dunklen Eumelanine, danach langsamer die hell-rötlichen Phäomelanine. Deshalb durchläuft dunkles Haar auf dem Weg nach Blond die Stufen Rot, Orange und Gelb.
Wo vorher Pigmentkörnchen saßen, bleiben nach dem Bleichen winzige Hohlräume zurück. Das Haar wird poröser, saugt Wasser schneller auf und trocknet langsamer.
Wie weit du kommst
Wie stark aufgehellt wird, hängt an der Konzentration des Wasserstoffperoxids. In der Praxis wird mit drei bis zwölf Prozent gearbeitet.
Der Ausgangston entscheidet über das Ergebnis. Aus Mittelblond wird in einem Durchgang Hellblond. Aus Dunkelbraun wird in einem Durchgang Orange.
Mehr als zwei bis drei Aufhellstufen auf einmal sind riskant, weil die Einwirkzeit dann sehr lang wird. Ein zweiter Durchgang gehört auf einen anderen Tag.
Vorgefärbtes Haar ist der schwierigste Fall. Künstliche Farbpigmente lassen sich mit Blondierung nur unvollständig entfernen, und das Ergebnis wird oft fleckig.
Auch innerhalb eines Kopfes hellt es unterschiedlich schnell auf. Am Ansatz wirkt die Körperwärme mit, dort geht es schneller. Die Längen sind älter, poröser und reagieren empfindlicher.
Deshalb arbeiten Friseurinnen von hinten nach vorn und lassen den Ansatzstreifen oft bis zuletzt. Wer selbst blondiert, unterschätzt genau diesen Punkt und bekommt einen hellen Ring am Scheitel.
Blondierung, Blondfärbung und Tönung
Eine Blondierung entfernt Pigment und bringt keine neue Farbe ein. Was du danach siehst, ist der Rest deines eigenen Haars.
Eine aufhellende Oxidationsfarbe macht beides in einem Schritt: Sie hellt an und legt gleichzeitig einen Farbton ein. Sie kommt nur wenige Stufen weit.
Eine Tönung hellt gar nicht auf. Sie lagert Farbstoff außen an und wäscht sich nach einigen Wäschen heraus. Auf blondiertem Haar hält sie länger, weil das poröse Haar mehr Farbstoff aufnimmt.
Gelbstich und Nachbehandlung
Der Gelb- oder Orangeton nach dem Bleichen ist Restpigment. Er verschwindet nicht durch Waschen.
Ausgeglichen wird er über die Gegenfarbe. Ein leicht grün-bläulicher Ton neutralisiert Gelb-Orange und ergibt zusammen ein natürlich wirkendes Hellblond.
Silbershampoos arbeiten nach demselben Prinzip, nur schwächer dosiert. Sie legen bei jeder Wäsche etwas violetten Farbstoff auf und halten den Ton in Schach. Bei zu langer Einwirkzeit wird das Haar stumpf-grau.
Wenn der Ansatz während der Einwirkzeit orange wirkt, ist das ein Zwischenstadium. Ein Abbruch an dieser Stelle fixiert den karottigen Ton im Haar.
Ansatz und Pflege danach
Kopfhaar wächst rund einen bis anderthalb Zentimeter im Monat. Nach sechs bis acht Wochen ist der Ansatz deutlich sichtbar.
Blondiert wird dann nur der Ansatz. Die Längen ein zweites Mal durchzubleichen ist der häufigste Grund für abgebrochene Haare.
Nach dem Bleichen braucht das Haar Feuchtigkeit und Struktur. Saure Spülungen legen die Schuppenschicht wieder an, Kuren füllen die Lücken vorübergehend auf.
Hitze kommt auf blondiertem Haar besonders schlecht an. Glätteisen und Lockenstab auf niedrigster brauchbarer Stufe, und immer mit Hitzeschutz.
Chlor und Salzwasser setzen blondiertem Haar zu, weil poröses Haar alles schneller aufnimmt. Kupferreiche Schwimmbadwasser können den Ton sogar ins Grünliche ziehen. Wer vor dem Schwimmen die Haare mit klarem Wasser durchnässt, lädt sie damit schon voll und mindert den Effekt.
Rechne außerdem mit mehr Aufwand beim Waschen. Blondiertes Haar verfilzt leichter, deshalb gehört eine Spülung nach jeder Wäsche dazu.
Was rechtlich gilt und wo Risiken liegen
Haarfärbemittel und Blondierungen fallen unter die EU-Kosmetikverordnung. Bestimmte Produkte müssen seit dem 1. November 2011 den Hinweis tragen, dass sie nicht für Personen unter 16 Jahren bestimmt sind.
Auf jeder Packung stehen außerdem Warnhinweise zur Allergie und das Verbot, das Mittel für Wimpern und Augenbrauen zu benutzen. Beides hat einen ernsten Hintergrund.
Allergien lösen vor allem die Farbstoffe der Oxidationsfarben aus, allen voran p-Phenylendiamin. Persulfate in Blondierpulvern können Kontaktekzeme begünstigen und bei Friseurinnen auch die Atemwege reizen.
Vom Selbsttest mit dem Färbemittel auf der Haut rät das Bundesinstitut für Risikobewertung ab. Ein solcher Test kann selbst eine Sensibilisierung auslösen. Bei Verdacht auf eine Allergie gehört die Abklärung in eine Hautarztpraxis.
Häufige Fragen
Wie oft kann ich blondieren?
Der Ansatz alle sechs bis acht Wochen. Die Längen möglichst nur einmal, weil jede Wiederholung die Bruchgefahr erhöht.
Warum wird mein Haar orange?
Weil die rötlich-gelben Phäomelanine langsamer abgebaut werden als die dunklen Eumelanine. Orange ist eine Zwischenstufe auf dem Weg zu Blond.
Hilft Silbershampoo wirklich?
Es legt violetten Farbstoff auf das Haar und neutralisiert damit Gelbtöne optisch. Aufhellen kann es nicht.
Kann ich eine Blondierung rückgängig machen?
Nicht wirklich. Das eigene Pigment ist weg. Dunkler geht nur über eine Nachfärbung, bei der die fehlenden Farbanteile wieder eingelegt werden.
Darf ich mit 15 blondieren?
Bestimmte Haarfärbemittel tragen seit 2011 den Hinweis, dass sie nicht für Personen unter 16 Jahren bestimmt sind. Halte dich an die Angabe auf der Packung.
Soll ich die Haare vorher waschen?
Vor einer Blondierung eher nicht. Die natürliche Fettschicht auf der Kopfhaut mindert das Brennen. Silikonschwere Stylingprodukte gehören trotzdem vorher raus.
Quellen
- haut.de: Blondierungen
- BfR: Haarfarben-Selbsttest kann Allergien verursachen (PDF)
- allum.de: Haarfärbemittel
- haut.de: Sicherheit und Verträglichkeit von Haarfarben
Das passt dazu
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Geschrieben von Marie, Redaktion frauenlifestyle.de — sie schreibt hier über Pflege, Mode und was davon im Alltag trägt.







